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Schweizer Tour de Ski 2017

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[ 7. März 2017]

Mitte Februar 2017 sind wir mit unserem VW-Bus auf eine Tour de Suisse gegangen und haben Regionen besucht, die für Tagesskitouren ab Zürich zu weit entfernt sind. Unsere Etappenorte waren der Col des Mosses, der Simplon Pass und Oberwald im Goms.

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Wir haben in unserem Bus auf einem grossen Parkplatz, von dem wir direkt loslaufen konnten, etwas abseits übernachtet. Unser Interesse galt den vielen verlockenden Skitourenmöglichkeiten, es wären auch schöne Schneeschuhtouren, erholsame Winterwanderungen und stressfreies Langlaufen mit Hund möglich.
Den Pic Chaussis, ein sehr schöner und leichter und daher oft besuchter Aussichtsgipfel, bestiegen wir als erstes. Vor ein paar Jahren führte noch eine Bergbahn, die mittlerweile aber abgebaut wurde, auf den Gipfel.

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Den Aufstieg bewältigten Nicole und ich gut in 3h. Nur Zorro hatte etwas Stress mit Tourenskiläufer die schon früher gestartet waren und in rassiger Abfahrt knapp an uns vorbei brausten als wir noch im Aufstieg waren. Wir trafen neben vielen anderen Tourengängern auch 5 Berghunde an, die ihre Besitzer treu und still begleiteten.

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Dank der vielen guten Aufstiegspuren war die Abfahrt für Zorro kein Problem, wir mussten dagegen intensiv nach unverspurtem Pulverschnee, dem Traum eines jeden Tourenskifahrers, suchen.
Wieder zurück auf dem Parkplatz, nutzen wir die Abendsonne so gut es ging um unsere nassen Sachen zu trocknen und die Batterien wieder aufzuladen. Zorro offerieren wir nach einer Skitour eine leckere Mahlzeit, die er immer mit grosser Begeisterung vertilgt um sich dann mit vollem Bäuchlein zum wohlverdienten Schläfchen niederzulegen.

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Die vielen anderen Skitourenfahrern am Vortag haben uns heute in der Hoffnung auf mehr Einsamkeit bewogen eine anspruchsvollere Tour in Angriff zu nehmen. Das hat soweit auch geklappt, Nicole hatte aber leider keinen guten Tag erwischt und starke Kopfschmerzen bekommen. So sind wir schliesslich etwas verkürzt auf eine namenlose Kuppe abgebogen.

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Ein Ruhetag, an dem Nicole und ich im Langlaufzentrum auf dem Col des Mosses duschen gingen, hat uns allen gut getan, so dass wir ausgeruht den 2540m hohen Le Para ein Angriff nehmen konnten. Der Aufstieg beginnt auf der Nordseite, führt über einen kleinen Pass und folgt schliesslich für die letzten 400 Höhenmeter dem Gratverkauf über die Südflanke. Gegen den Gipfel zu wird der Grat immer schmaler und hat eine mächtige Schneewächte nach Norden. Man darf daher nicht zu weit aussen auf dem Grat laufen, wenn man nicht riskieren will, mit einer abbrechenden Wächte über die Nordwand anzustürzen. Einer bekannten Schweizer Marathonläuferin ist das an genau dieser Stelle passiert.

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An der automatischen Wettermessstation auf dem Gipfel des Le Para konnten wir hervorragend unsere Steigfelle trocknen!

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Die Abfahrt war ein wahrer Genuss für uns und auch für Zorro ok.

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Im Hintergrund links sieht man den Gipfel des Le Para von dem wir gerade herkommen.

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Der weitere Verlauf der langen Abfahrt.

Da die Temperaturen immer weiter anstiegen, wechselten wir unseren Standort und fuhren auf den kühleren, 2000m hohen Simplon Pass. Unterwegs konnten wir unsere Essensvorräte wieder aufstocken und auch für Zorro Trockenfutter zukaufen. Zu Hause bekommt Zorro mehrheitlich Frischfleisch. Der kleine Kühlschrank in unserem VW-Bus bietet aber nur Platz für ein paar Portionen Frischfleisch-Hundefutter und wir wollen den Kühlschrank ja auch noch für unsere eigenen Zwecke nutzen.
Der Simplon Pass ist offen und sonnig, bietet gute Stellplätze für Campingbusse, einige sogar mit WC-Anlage und beherbergt ein Koster mit Touristen-Übernachtungsmöglichten und mehrere Hotels.

Als ersten Gipfel bestiegen wir das sanfte, 2726m hohe Spitzhorli vom Simplonpass aus. Ein wunderschöner Aussichtsberg von dem man viele bekannte 4-Tausendergifel wie das Matterhorn aber auch den Aletschgletscher sieht. Der Gipfel, der vom Simplon Pass aus viel weniger spitz ist, als es der Namen vermuten lässt, ist auch gut mit Schneeschuhen machbar.
Wir entschieden uns für eine südseitige Abfahrtsvariante mit einem Gegenaufstieg über den Staffulgrat die uns auf guten Sulz/Frühlingsschnee hoffen lies.

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Auf dem Spitzhorli mit der Mischabelgruppe und dem Weisshorn (hinter dem Kreuz).

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Blick vom Spitzhorli zum Monte Leone, den wir vor 2 Jahren bestiegen hatten.

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Auf dem winderodierten Staffulgrat mit Blick zum Bietschhorn.

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Auf dem Staffulgrat mit Blick zum Weisshorn.

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Da nicht viel Schnee im Gebiet lag, war die Abfahrt für Zorro wohl anstrengend aber nicht überhundisch streng.

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Jeder versucht sich mit seinen Mitteln vor der intensiven Sonneneinstrahlung am Mittag auf dem Schnee zu schützen.

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Ein kurzer Wiederaufstieg nach der schönen Abfahrt führte uns zum Simponpass und unserem Bus zurück.

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Böshorn 3269m

Frühmorgens beim Loslaufen beim Engelloch an der Simplon-Passstrasse auf 1800m war schon viel los da das Böshorn ein begehrter Gipfel ist auch ein paar andere Skitouren den gleichen Ausgangspunkt haben. Zorro hat es super gemacht, sich von der allgemeinen leichten Hektik nicht anstecken lassen und seine Kräfte geschont.
Die ersten 1000 Höhenmeter bis in den Sattel vor dem eigentlichen Gipfelaufbau haben wir schnell und schmerzlos bewältigt. Ab da wurde der Wind deutlich stärker und die Schneeoberfläche durch Winderosion unregelmässig und hart, was nichts Gutes für die Abfahrt verhiess.
Wir kämpften uns tapfer durch die mit vielen Steinen und Felsen durchsetzte Schneewüste bis zum Skidepo hoch. Der letzte um die 40 Grad steile und mit viel Triebschnee „geladene“ Hang liess die Lawinengefahr noch zum Thema werden. Das Lawinenbulletin war auf Stufe 2 von 5 / mässig und bedeutete, dass die Verhältnisse zum Tourenfahren gut sind und nur an wenigen Orten wo mehrere ungünstige Faktoren wie über 35 Grad steil, Nordexposition und Triebschnee zusammenkommen, Lawinengefahr besteht. Zorro trägt, wie wir, einen Lawinennotsender der es uns ermöglichen würde, Zorro bei einer Verschüttung schnell zu orten und auszugraben.

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Es wartete nur noch der eindrückliche Gipfelgrat auf uns, der in herrlicher, leichter Kletterei erstiegen werden kann. Bei einer kurzen senkrechten Stelle brauchte Zorro etwas Hilfe von mir, den Rest bewältigte er problemlos alleine und war sogar vor mir auf dem Gipfel und konnte das fantastische Panorama länger geniessen!

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Nach dem Verzehr von ein paar Leckerlis stiegen wir mit voller Konzentration wieder ab. Dabei wurden wir im unteren Teil sogar fotografiert und gefilmt. Wie man sieht, bewältigt Zorro die kniffligen Felsen viel eleganter und schneller als ich!

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Steilstufe bei der ich Zorro beim Rauf- und Runterklettern helfen musste.

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Video: zorro.li/fotos/dogforum/Boeshorn_17.mp4

Die Abfahrt durch die felsdurchsetzten Gipfelwände verlange nochmals Konzentration. Ein Sturz in diesem Gelände ist immer unangenehm und kann böse Folgen haben. Weiter unten wurden die Schneeverhältnisse besser und liessen sogar noch ein paar schöne Schwünge zu. Zorro konnte zum Glück die gute, für ihn kraftsparende Aufstiegsspur für seinen Abstieg nutzen.
Es ist immer wieder faszinierend wie schnell man mit den Skis wieder unten ist, wie schnell 1500 Höhenmeter abgebaut sind. Im Sommer ist das viel, viel mühsamer. Und ich bin auch immer wieder fasziniert wie schnell auch Zorro wieder unten ist. Im Sommer sind wir vermutlich viel, viel zu langsam für ihn.
Nach einem kurzen Gegenaufstieg warten in unserem Bus Erfrischungsgetränke und trockene Kleidung auf uns und leckeres Fressen auf Zorro. Im Skitourenmodus frisst Zorro rund doppelt so viel wie zu Hause.

Am nächsten Tag haben wir nochmals eine Skitour im Simplongebiet auf das Magehorn 2612m unternommen. Wir mussten von unsrem Parkplatz an der Passstrasse zuerst ein paar Meter auf eine Ebene mit Kitesurfern herunterfahren bis wir die Steigfelle montieren konnten. Zum Glück interessierte sich Zorro nicht für die flizigen Kiter. Vermutlich war er doch noch etwas müde von der langen Skitour am Vortag auf das Böshorn.

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Anfellen mit dem breiten Böshorn im Hintergrund.

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Im oberen Teil der Tour kann wieder starker Wind auf und wir mussten die Kapuzen tief ins Gesicht ziehen.

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Auf dem breiten Gipfelplateau fanden wir zum Glück einen windgeschützten Platz und Nicole konnte sich um störende Eisklumpen in Zorros Pfoten kümmern.

Die Abfahrt hielt, was wir von ihr erwartet hatten und schon bald waren wir nach einem kurzen Gegenaufstieg wieder bei unserem Bus und auch Zorro musste nicht zu viele Körner lassen. Einer weiteren schönen Skitour am nächsten Tag stand nichts im Wege.

Vom Simplon Pass ist es ziemlich weit nach Zürich zurück, man muss entweder einen grossen Umweg fahren oder das Fahrzeug auf den Zug verladen. Wir entschieden uns deshalb schon am zweitletzten Abend Richtung Zürich loszufahren und unterwegs noch einen Gipfel mitzunehmen. Unser auserwähntes Ziel war der 2802m hohe Tälligrat oberhalb Oberwald im Goms, direkt beim Autoverlad durch den Furkatunnel.
Das Goms setzt ganz auf Langlauf, Schneeschuhlaufen, Winterwandern und Skitouren als Wintersportaktivitäten und verzichtet auf den grossen Skizirkus mit Bergbahnen, planierten Pisten und grossflächigen Bescheiungsanlagen. Sehr sympathisch für uns.
Praktischerweise kann man auch in Oberwald direkt vom Parkplatz/Nachtlager mit den Skiern loslaufen.
Der erste Teil des 1400 Höhenmeter langen Aufstiegs zum Tälligrat ist pistenähnlich und führt zum Hungerberg, auf dem ein bei Schneeläufern sehr beliebtes Berggasthaus steht. Wobei „Hungerberg“ aus meiner Sicht ein gänzlich ungeeigneter Standort für ein Berggasthof ist.
Je höher wir aufstiegen, desto weniger wurden die Spuren im Schnee und für Zorro gab es immer weniger spannende Gerüche zu erschnüffeln.
Der frühe Aufbruch um 7 Uhr hatte sich gelohnt, war doch nur gerade noch ein einzelner anderer Skitourengänger mit uns unterwegs. Im obersten Teil des Aufstiegs kam wie in den letzten Tagen wieder starker Wind auf. Die Böhenspitzen waren so stark, dass man kaum atmen konnte.

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Zorro blieb lieber im Windschatten.

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Wir hatten Glück und der Wind legte sich für einen Moment der Musse auf dem Gipfel. Es stand die schwierige Entscheidung an ob wir die viel schönen Pulverschnee versprechende Nordwestabfahrt nehmen sollen oder der Aufstiegsroute folgend, abfahren sollen. Wir waren den dritten Tag in Folge mit Zorro im Schnee unterwegs und waren uns nicht ganz sicher ob wir ihm noch eine lange Pulverschneeabfahrt zumuten können.

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Blick entlang der Aufstiegspur ins Goms. Die Nordwestabfahrt zweigt rechts ab.

Da Zorro noch frisch wirkte, entschieden wir uns für die Pulverschneeabfahrt mit der Option von längeren Pausen während der Abfahrt, was überraschend gut geklappt hat.

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Der weitere Verlauf der langen Pulverschneeabfahrt.

Nach den wunderschönen Pulverschneehängen kamen wir über eine lange Traverse auf einem Waldweg für dem letzten Teil der Abfahrt doch noch zur Aufstiegsspur zurück. Zurück beim Bus war Zorro ganz froh, dass er wieder unten war, etwas gescheites essen und ein Schläfchen machen konnte.

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Beim Autoverlad im Furkatunnel durfte Zorro ausnahmsweise neben Nicole auf den Beifahrersitz platznehmen und auf dem Logenplatz durch den Furkatunnel fahren.

 

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